Round the World -- Beijing

10 04 2013
Nachtrag Singapur

Den letzten Tag in Singapur habe ich größtenteils draußen verbracht. Bereits um 7Uhr morgens war ich mit Rob an der Ostküste am Strand. Von dort aus sind wir über zwei Stunden an der Küste entlang gelaufen. Ist gut anstrengend - selbst um 7Uhr morgens hat es annähernd 30Grad! Am Nachmittag habe ich dann Stadtrundfahrten mit dem Bus gemacht, um wenigstens noch ein paar andere Ecken kennen zu lernen. Hängen geblieben bin ich dann an der Marina Bay. Dort hat man einen wunderbaren Blick über die Bucht auf das Hotel und die Skyline der Stadt:



Abends konnte ich dann zum Glück doch noch ein paar Stunden mit Sue sprechen, sie war auf Geschftsreise in Hongkong (o.ä.) gewesen. Nach zweieinhalb Tagen hieß es dann schon wieder Abschied nehmen. Es ging für mich zu meinem wohl interessantesten und aufregensten Ort der Reise: Peking. Das Bild hier zeigt den Blick aus dem Flugzeug heraus auf die Ostküste Singapurs. Die Tanker und Schiffe warten alle darauf endlich in den Hafen einfahren zu können.


Peking

Die Einreise nach Peking war, sagen wir...eine Geduldsprobe. Ich hatte Glück, dass ich kein Visum beantragen musste (das wäre noch schlimmer gewesen), denn seit dem ersten Januar 2013 gibt es den so genannten 72h Visa-free Transit. Nachdem ich nur 71h in Peking war, hat das gut gepasst. Jedoch muss man bei der Einreise viel Geduld zeigen, da es sehr lange dauert, die Chinesen am Flughafen kaum zu verstehen sind und man alle Angaben fünf mal aufschreiben muss. Aber nach einer gefühlten Ewigkeit war ich dort durch und konnte endlich mit dem Flughafenzug zu meinem Gepäck fahren und Tianyi von der Warterei erlösen! Bereits während der Fahrt in die Stadt musste ich feststellen, dass ich an meinem ersten Tag in China ohne Tianyi verloren gewesen wäre! Es herrscht absolutes Chaos in Peking und abgesehen vom Subway findet man keinerlei Wörter in englischer Schrift! Aber dank meines lieben Kollegen bin ich sicher am Hostel angekommen und habe den restlichen Nachmittag und Abend einen ersten Eindruck der Stadt bekommen. Das Bild hier zeigt das Eingangstor zur Verbotenen Stadt. Gegessen haben wir am Abend quasi chinesische Maultaschen ;-) Sehr sehr lecker!

Im Hostel musste ich interessante Dinge feststellen: Die Chinesen haben Angst vor Kälte - im Zimmer hatte es 28Grad!!!! Furchtbar! Mit Hilfe der Hostelbetreiber konnte ich die Chinesinnen im Zimmer davon überzeugen uns in der Mitte der gewünschten Temperaturen zu treffen und das Zimmer auf 24Grad runterkühlen. (und das alles bei ca 15 Grad Außentemperatur) Ebenfalls interessant: Es gibt kein Toilettenpapier in vielen öffentlichen Toiletten. Im Hostel auch nicht...muss man auch erstmal wissen.

Die seltsamen Dinge in Peking wollten nicht aufhören. Am nächsten Morgen hat mir Tianyi erstmal den Straßenverkehr erklärt. Wenn Fußgänger grüne Ampeln haben, heißt es nicht, dass sie wirklich Vorfahrt haben - im Gegenteil: die Rechtsabbieger kommen mit ordentlich Tempo um die Ecke gerast und fahren auch gern mal die Fußgänger übern Haufen wenn die nicht aufpassen. Also: immer gut aufpassen!!!! Überhaupt Verkehr: ein absolutes Chaos! Das geht gar nicht :-D Jeder schneidet jeden auf der Straße. Aus 2 Spuren werden mindestens 3 gemacht und in kleinsten Gässchen, in denen man in Deutschland ein Auto maximal fahren sieht ud es deshalb auch Einbahnstraßen sind - fahren dort auch schonmal zwei aneinander vorbei! Um sich das Leben in Peking einfacher zu machen nimmt man am besten keinerlei Taschen mit. An U-Bahn Eingängen werden IMMER alle Taschen kontrolliert. Nachdem ich das gelernt habe, wusste ich endlich, warum es die großen abschließbaren Schränke im Hostel gab ;-) So bin ich nur mit den wertvollsten Dingen in einer schmalen Tasche unsichtbar unter meiner Jacke und der Kamera (sicher um die Hand gewickelt) durch die Stadt gelaufen.

Am Samstag haben wir uns die Verbotene Stadt angesehen. Sehr beeindruckend und riesig! Diese Stadt war der Sitz der Ming- und Qing-Dynastie und der Zutritt war dem einfachen Volk verwehrt. Direkt im Anschluss liegt der Qianmen-Platz. Der Platz des himmlischen Friedens. In der Verbotenen Stadt befinden sich die Paläste und Tempel der damaligen Herrscher. Einer prächtiger als der andere. Jedoch im Stil alle recht gleich gehalten. Auf Grund der Massen an Menschen sind wir einigermaßen schnell durch die Stadt gezogen. Am Nachmittag waren wir in einem der wunderschönen Parks in Peking. Am Wochenende versammeln sich hier gerade bei gutem Wetter viele Menschen und machen entweder gemeinsam Musik, treiben Sport oder spielen Spiele. Tianyi und ich hatten auch unseren Spaß:

Am Abend konnte ich dann noch das Daimlerbüro in Peking bewundern und eine Pekingente mit gutem Gemüse genießen - soooo lecker!!!! Den Großteil der Bilder aus der Verbotenen Stadt muss ich erst noch sortieren und bearbeiten. Hier erstmal nur ein kleiner Einblick.






Den Sonntag habe ich mit einer Tagestour an die Chinesische Mauer verbracht. Bereits um 6Uhr wurde ich von einem kleinen Van abgeholt - und mir nach 5 Minuten Fahrt gedacht "Bitte lass das nicht das Transportmittel an die Mauer sein!!!" Denn wir hatten mindestens 3 Stunden Fahrt vor uns. Der Fahrer ist wie ein Verrückter durch die Straßen Pekings gerast. Und hat auf dem Weg zu einem weiteren Hostel in kleinsten Gässchen die engstens Lücken gemeistert. Wir waren alle staunend im Wagen gesessen und konnten unseren Augen kaum trauen. Aber wir mussten nicht lange aushalten und durften in einen größeren Bus wechseln, der uns in 3,5 Std zur chinesischen Mauer außerhalb Pekings gebracht hat. Es gibt zwar auch einen Teil der Mauer, der direkt bei Peking angeschaut werden kann, dieser ist jedoch immer sehr überlaufen. Am Ziel angekommen mussten wir alle erstmal wieder Sauerstoff tanken - denn Klimaanlage brauch ja niemand...auch nicht in einem Bus mit 30 Menschen. So war es in diesem am Ende super heiß und stickig. Das unsere ursprünglichen Pläne geändert wurden haben wir erst dort mitgeteilt bekommen. Eigentlich war vorgesehen, dass wir 10km über die Mauer wandern gehen. Das ist aus irgendeinem Grund nicht möglich. Deswegen konnten wir nur einen bestimmten Weg die Mauer entlang und den gleichen Weg wieder zurück gehen. Für einige der älteren Touristen war as auch definitiv die bessere Lösung! Ursprünglich war die Mauer über 21.000km lang und sollte der Verteidigung Chinas gegen die Völker des Nordens dienen. Bis zur Abfahrt hatten wir 3 Stunden Zeit um auf der Mauer wandern zu gehen. Es ist schon sehr beeindruckend wie sich diese über die Hügel entlangwindet. Da wir früh losgefahren sind und dieser Teil der Mauer eher weniger besucht ist, war es ein angenehm ruhiger Tag dort. Unser Tourguide hat uns erklärt, dass wir bis zu dem Turm mit den fünf Fenstern laufen können, dann aber auf jeden Fall umkehren sollten. Wie weit man gelaufen ist wurde also in Türmen gemessen. Auf meinem Weg habe ich Leute aus Kanada, Australien und Kroatien kennen gelernt. Die teilweise sehr steilen Abschnitte der Mauer waren ein Erlebnis! Allgemein war es sehr beeindruckend auf den alten Gemäuern zu laufen!
Die Rückfahrt und die Fahrt zum Flughafen am nächsten Morgen haben wunderbar geklappt - nach einem Tag findet man sich auch alleine in den Subwaynetzen zurecht - nur Straßennamen sollte man vllt nicht suchen ;-)
Fazit meines Chinaaufenthaltes: verrücktes Land...ich möchte dort niemals alleine unterwegs sein außer um mal schnell ins Hostel zu gehen oder so (das war kein Problem). Das Land ist dank seiner Geschichte einen längeren Besuch wert...nur steht es definitiv nicht ganz oben auf meiner Liste.

Neuseeland

Der Flug nach Neuseeland war wunderbar soweit - nur hab ich nicht allzu viel geschlafen. Am Ende der Reise war ich rund 29 Stunden unterwegs. Von Auckland aus konnte ich direkt nach Nelson weiter fliegen, wo mich Adrienne schon erwartet hat. Über einen kleinen Umweg bei meiner Kiwi-Großmutter ging es dann auch endlich nach Ruby Bay.
Hier bin ich nun eine Woche bis wir gemeinsam auf Reise um die Südinsel gehen :-)



Nachtrag vom 12.04. Smog und Schlammregen in Peking

Nachdem ich das Bild vom Schlammregen gestern vergessen habe - hier ist es :-)
War furchtbar ekelig! ich bin danach erstmal unter die Dusche geflüchtet. Am nächsten Morgen hatte ich dann noch die Chance ein Autole mit Schlammregen begossen fotografieren zu können. (im Auto sitzt übrigens Tianyi ;-) )




Der Smog war die Tage nicht so schlimm. Tianyi hat jeden Morgen die Werte gelesen. Trotzdem hat man das Gefühl, dass es stickiger ist und einfach überall stinkt! Wir hatten gutes Wetter und viel Sonne die meiste Zeit und konnten sogar blauen Himmel sehen! Dieser war auch tatsächlich richtig blau über der stadt....kann also wirklich nicht allzu schlimm gewesen sein mit dem Smog.

Drückt mir mal die Daumen, dass das Wetter heute so bleibt wie es jetzt am Morgen ist! Heut Nachmittag gehts auf Abenteuer nach Marahau :-)

Grüßle


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Kommentare

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11 04 2013
#1 Markus
Hm, die chinesische Mauer ist durchaus schick. Auch wenn man bei dem einen Bild, in dem dein Fuß zu sehen ist, beinahe nen Herzkasper kriegt (entweder das oder ich brauch einfach nen kleineren Bildschirm).
Schönen Gruß an die Suttons!

Bis dann,
Markus
11 04 2013
#2 pöcki
ooooh wie toll!!! schöne bilder und ein toller bericht! dankeee!!! :-)
grüß colin und adrienne ganz lieb von mir!
11 04 2013
#3 Anonym
Das sind genial tolle Bilder. Auch im Großformat einfach gigantisch. Tolle Fotografin mit toller Kamera!
Dass Peking so sein könnte, habe ich schon mehreren Reiseberichten entnehmen können. Hast du den Smog und den Schlammregen fotografiert? Wir haben in NYC davon gelesen.
Herzliche Grüße an die goldigen Kiwi-Eltern!!
M.aus N.
11 04 2013
#4 Lupo
...sooo tolle Bilder, klasse Reportage,
danke für's Mitgeniessendürfen (plödes Wort, gell?)
Viel Spass noch und tolle Tage bei den Kiwi-Eltern,
liebe Grüße,
Herbert
11 04 2013
#5 Kueken
Soooo, danke für eure lieben Kommentare! Hab den Bericht gerade nochmal kurz um einen kleinen Absatz erweitert! Hab gestern doch glatt das Bild vom Schlammregenbenz vergessen :-D
Ganz liebe Grüße!
12 04 2013
#6 Anonym
Wiedermal der Wahnsinn!!! Danke für diesen tollen Bericht :-)
Ich hoffe du genießt die Zeit bei deinen Kiwi-Eltern und schreibst bald wieder neue, tolle, lustige Reiseberichte :-)
Liebe Grüße, Nancy
12 04 2013
#7 lupo
Schlammregenbenz.........
einfach mal waschen.......kannst ihn ja mal bei mir in die Einfahrt stellen, morgen ist eh waschtag....., liebe Grüße
Herbert
15 04 2013
#8 Bruder
Impressive!! Das ist mal'n Maeuerchen!

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